Deutsche Wilkie Collins Fanpage - Die Neue Magdalena - Auszüge aus dem Tagebuch Julian Grays - Dritter Auszug
 

Die Neue Magdalena - Nachschrift

Dritter Auszug

„Kaum weiß ich, ob ich recht oder unrecht getan habe. Ich erwähnte gestern gegen Lady Janet des kühlen Empfanges, der mir bei meiner Rückkehr nach London zuteil wurde und dass meine Frau dies schmerzlich empfunden habe.

Meine Tante sieht ihre Sache von ihrem eigenen Gesichtspunkt und nimmt sie dem entsprechend leicht. Sie haben nie ein Verständnis für die Gesellschaft gehabt, Julian, und werden es nie bekommen, sprach die Lady. Die armen dummen Menschen wissen einfach nicht, was sie tun sollen. Sie warten nur darauf, dass ihnen jemand Vornehmerer sagt, ob sie Ihre Heirat anerkennen sollen oder nicht. Mit kurzen Worten, sie warten darauf, dass ich ihnen den Weg zeige. Betrachten Sie es als geschehen. Ich will ihnen den Weg zeigen.

Ich dachte, meine Tante spräche im Scherz. Das heutige Ereignis hat mir bewiesen, dass sie fürchterlichen Ernst daraus macht.

Lady Janet hat für eines ihrer großen Ballfeste in Mablethorpe-House die Einladungen ergehen lassen; und sie hat veranlasst, dass überall als der Grund der Festlichkeit die Feier der Vermählung von Mister und Mistress Julian Gray genannt werde!

Ich lehnte es zuerst ab, dabei zu erscheinen. Jedoch zu meinem Erstaunen stellt sich Mercy auf die Seite meiner Tante. Sie erinnert mich daran, dass wir beide Lady Janet so viel Dank schuldig sind, und so hat sie mich überredet, meinen Sinn zu ändern. Wir gehen zu dem Ballfest - auf ausdrücklichen Wunsch meiner Frau!

Den Grund hiefür suche ich darin, dass das arme Kind noch immer von der Furcht verfolgt wird, meine Heirat habe mir in der allgemeinen Achtung geschadet. Sie will alles erdulden, alles wagen, alles glauben, um von diesem einen quälenden Zweifel - vielleicht befreit zu werden. Lady Janet prophezeit einen gesellschaftlichen Triumph, und die Verzweiflung - nicht die Überzeugung - meiner Frau lässt sie daran glauben. Was mich betrifft, so bin ich auf den Ausgang vorbereitet; er wird sein, dass wir nach der neuen Welt ziehen und dort in Wald und Prärie die Gesellschaft in ihrer Kindheit aufsuchen. Ich will einstweilen im Stillen alles zur Abreise bereiten und zur rechten Zeit - das heißt nach dem Ballfest - mit meinen Leistungen hervortreten.”


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