Deutsche Wilkie Collins Fanpage - Ein tiefes Geheimnis - Erster Band - Der Verkauf von Porthgenna Tower
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Ein tiefes Geheimnis



Viertes Kapitel

Der Verkauf von Porthgenna Tower

„Wie reizend ! Wie ländlich ! Wie beschwichtigend auf die Nerven !“ sagte Mr. Phippen, indem er mit sentimentalem Blick den Rasenplatz auf der Hinterseite des Pfarrhauses im Schatten des leichtesten Schirmes betrachtete, den er in der Hausflur hatte ausfindig machen können. „Drei Jahre sind vergangen, Chennery, drei leidensvolle Jahre für mich – doch dabei brauchen wir weiter nicht zu verweilen – seitdem ich das letzte Mal auf diesem Rasenplatze stand. Dort ist das Fenster deines alten Studierzimmers, wo ich das letzte Mal jenen Anfall von Sodbrennen hatte – es war zur Erdbeerzeit, wie du dich entsinnen wirst. Ha ! Und dort ist das Schulzimmer ! Könnte ich wohl jemals vergessen, wie diese liebe Miß Sturch aus jenem Zimmer zu mir kam, als hilfreicher Engel – mit Soda und Ingwer – so eifrig und gewissenhaft bedacht, den Trank umzurühren, und so aufrichtig betrübt, daß kein Riechsalz im Hause war ! Wie weide ich mich an diesen angenehmen Erinnerungen, Chennery ! Dieselben sind für mich ein ebenso großer Luxusgenuß wie deine Zigarre für dich. Könntest du nicht auf der andern Seite gehen, lieber Freund ? Ich liebe den Geruch, aber den Rauch kann ich nicht vertragen. Ich danke dir. Und nun, wie war es mit der Geschichte – der seltsamen Geschichte ? Wie hieß das alte Schloß – ich interessiere mich ungemein dafür – es fing mit einem P an, nicht wahr ?“

„Porthgenna Tower“, sagte der Vikar.

„Ganz recht“, entgegnete Mr. Phippen, indem er seinen Schirm zärtlich von der einen Schulter auf die andere legte. „Und was um aller Welt willen bewog Kapitän Treverton, dies alte Schloß zu verkaufen ?“

„Ich glaube, der Grund war, weil es ihm nach dem Tode seiner Gattin zuwider geworden war“, antwortete Doktor Chennery. „Die Besitzung bildet nämlich kein unveräußerliches Familiengrundstück und es machte den Kapitän daher keine Schwierigkeit, sie zu verkaufen, ausgenommen natürlich insofern, als es ihm schwierig ward, einen Käufer zu finden.“

„Warum kaufte sein Bruder sie nicht ?“ fragte Mr. Phippen. „Warum kaufte unser exzentrischer Freund, Andrew Treverton, sie nicht ?“

„Nenne ihn nicht unsern Freund“, sagte der Vikar. „Das ist ein gemeiner, schmutziger, alter Egoist. Du brauchst nicht den Kopf zu schütteln, Phippen, und dich zu bemühen, zu tun, als ob meine Worte dich unangenehm berührten. Ich kenne Andrew Trevertons Jugendgeschichte ebenso gut als du. Ich weiß, daß er mit der niedrigsten Undankbarkeit und Schurkerei von einem Universitätsfreunde behandelt ward, der ihm alles nahm, was er zu geben hatte und ihn endlich auf die gröbste Weise betrog. Dies weiß ich alles recht wohl. Ein Beispiel von Undankbarkeit aber berechtigt den Menschen nicht, sich von aller Gesellschaft abzuschließen und von der ganzen Menschheit zu behaupten, sie gereiche der Erde, auf der sie wandelt, zur Schande. Ich selbst habe den alten Isegrimm sagen hören, der größte Wohltäter unserer Generation wäre ein zweiter Herodes, welcher die zweite Generation verhinderte, auf die erste zu folgen. Kann wohl ein Mann, der auf diese Weise spricht, der Freund irgend eines menschlichen Wesens sein, welches noch die mindeste Achtung vor seinen Mitmenschen oder sich selbst hat ?“

„Mein Freund“, sagte Mr. Phippen, indem er den Vikar beim Arm faßte und geheimnisvoll die Stimme senkte „mein lieber und verehrungswürdiger Freund ! Ich bewundere deine ehrliche Entrüstung über den Mann, der diese außerordentlich misanthropische Ansicht ausgesprochen, aber – ich vertraue dies dir, Chennery, unter der größten Verschwiegenheit an – es gibt Augenblicke – ganz besonders des Morgens, wo meine Verdauung in einem solchen Zustande ist, daß ich jenem vernichtungswütigen Menschen Andrew Treverton vollständig Recht gegeben habe. Ich bin erwacht und meine Zunge hat ausgesehen wie Schlacke – ich bin bis vor den Spiegel gekrochen und habe sie betrachtet – und dann habe ich bei mir selbst gesagt: ‚Lieber möge das Menschengeschlecht ausgerottet werden als ein solcher Zustand fortdauern.’“

„Ach Unsinn !“ rief der Vikar, indem er Mr. Phippens Geständnis mit einem Ausbruch unehrerbietigen Gelächters aufnahm. „Das nächste Mal, wo deine Zunge wieder in diesem Zustande ist, trinke ein Glas gutes, frisches Bier und du wirst beten, daß wenigstens der brauende Teil des Menschengeschlechts noch nicht aussterbe. Doch kehren wir jetzt nach Porthgenna Tower zurück, sonst komme ich mit meiner Geschichte nicht vorwärts. Als Kapitän Treverton einmal den Entschluß gefaßt hatte, die Besitzung zu verkaufen, würde er, wie ich nicht zweifle, unter gewöhnlichen Umständen sie zunächst seinem Bruder, der das mütterliche Vermögen geerbt, angeboten haben, damit sie bei der Familie bliebe. Nicht als ob Andrew in dieser Beziehung zu Hoffnungen berechtigt hätte, denn nie hatte es einen hartnäckigern alten Junggesellen gegeben. Indessen, wie die Dinge damals standen – und wie ich leider sagen muß, auch jetzt noch stehen – konnte der Kapitän seinem Bruder kein persönliches Anerbieten irgend einer Art machen, denn sie sprachen weder miteinander, noch schrieben sie einander, was auch jetzt noch nicht der Fall ist. Es ist traurig, so etwas sagen zu müssen, aber der schlimmste Zwist dieser Art, von dem ich je gehört, ist der Zwist zwischen diesen beiden Brüdern.“

„Entschuldige, lieber Freund“, sagte Mr. Phippen, indem er den Feldstuhl, der bis jetzt an seiner seidenen Quaste baumelnd an dem hakenförmigen Griffe des Sonnenschirms gehangen hatte, auseinanderschlug. „Darf ich mich niedersetzen, ehe du weiter erzählst ? Dieser Teil der Geschichte regt mich ein wenig auf und ich darf mich nicht allzusehr anstrengen. Bitte also, erzähle weiter. Ich glaube nicht, daß die Beine meines Feldstuhls Löcher in den Rasen machen werden. Ich bin so leicht – in der Tat ein pures Gerippe. Also erzähle weiter, ich bitte dich !“

„Du mußt gehört haben“, fuhr der Vikar fort, „daß Kapitän Treverton, als er in schon ziemlich vorgerückten Lebensjahren stand, eine Schauspielerin heiratete. Es war, glaube ich, eine Person von etwas heftiger Gemütsart, aber von tadellosem Rufe und gegen ihren Gatten so treu und liebend wie eine Frau nur sein konnte. Deshalb war sie meiner Ansicht nach für ihn einer sehr gute Frau und er machte es recht, daß er sie heiratete. Die Verwandten und Freunde des Kapitäns erhoben aber natürlich das gewöhnliche unsinnige Geschrei und der Bruder des Kapitäns stellte sich, als der einzige nahe Verwandte, die Aufgabe, die Heirat auf die anstößigste und unzarteste Art wieder rückgängig zu machen. Da ihm dies nicht gelang und er die arme Frau tödlich haßte, so verließ er seines Bruders Haus und sagte unter vielen andern Schändlichkeiten der jungen Frau eine ganz besondere nach, welche ich, auf Ehre, mein lieber Phippen, mich schäme zu wiederholen. Wie nun aber seine Worte auch gelautet haben mochten, so wurden sie unglücklicherweise Mistreß Treverton zu Ohren gebracht und waren von der Art, daß keine Frau – am allerwenigsten eine von so heftiger Gemütsart wie die des Kapitäns – sie jemals verzeihen konnte. Es folgte eine Zusammenkunft zwischen den beiden Brüdern und dieselbe führte, wie du dir leicht denken kannst, zu sehr unglücklichen Ergebnissen. Sie schieden auf die beklagenswerteste Weise. Der Kapitän erklärte in der Hitze seiner Leidenschaft, Andrew habe, seitdem er geboren worden, nicht ein einziges edles Gefühl in seinem Herzen gekannt und werde auch ohne eine einzige freundliche Regung gegen irgend eine lebende Seele in der Welt sterben. Andrew entgegnete, wenn er auch kein Herz habe, so habe er doch ein Gedächtnis und er werde sich diese Abschiedsworte merken solange er lebe. So schieden sie. Zwei Mal tat später der Kapitän die ersten Schritte zu einer Aussöhnung. Das erste Mal war, als seine Tochter Rosamunde geboren ward, und das zweite Mal, als seine Gattin starb. Bei jeder dieser Gelegenheiten schrieb der ältere Bruder, wenn der jüngere die abscheulichen Worte, die er gegen seine Schwägerin gesprochen, zurücknehmen wolle, so solle ihm jede Sühne für die unfreundliche Sprache geboten werden, deren sich der Kapitän in der Übereilung des Zornes bei ihrer letzten Begegnung gegen ihn bedient. Es erfolgte aber auf keinen dieser beiden Briefe eine Antwort von Andrew und die Entfremdung zwischen den beiden Brüdern hat bis auf die gegenwärtige Zeit fortgedauert. Nun weißt du, warum der Kapitän nicht erst privatim seinen Bruder in Kenntnis setzen und um seine Ansicht befragen konnte, ehe er seine Absicht, Porthgenna Tower zu verkaufen, öffentlich bekannt machte, nicht wahr ?“

Obschon Mr. Phippen zur Antwort auf diese Frage erklärte, er verstünde vollkommen, und obschon er auf die höflichste Weise den Vikar bat, weiter zu erzählen, so schien doch seine Aufmerksamkeit für den Augenblick ausschließlich durch die Besichtigung der Beine seines Feldstuhls und die Untersuchung beansprucht zu werden, welchen Eindruck dieselben auf den Rasenplatz des Pfarrhauses machten.

Doktor Chennerys eigenes Interesse an den Umständen, welche er erzählte, schien jedoch hinreichend stark zu sein, um jeden vorübergehenden Mangel an Aufmerksamkeit von Seiten seines Gastes zu ersetzen. Nachdem er einige kräftige Züge an seiner Zigarre getan, welche, während er sprach, mehrmals in drohender Gefahr geschwebt, auszugehen, fuhr er in seiner Erzählung mit den Worten fort:

„Also das Haus, die Grundstücke, das Bergwerk und die Fischereien von Porthgenna wurden alle einige Monate nach Mistreß Trevertons Tode öffentlich zum Verkauf ausgeboten, aber es gingen keine Gebote auf das Besitztum ein, welche möglicherweise hätten angenommen werden können. Der verfallene Zustand des Hauses, der schlechte Kulturzustand des Feldes, gerichtliche Differenzen wegen des Bergwerks und jedesmal wiederkehrende Schwierigkeiten bei Erhebung der Grundzinsen – alles dies trug dazu bei, Porthgenna zu etwas zu machen, was, wie man bei Auktionen zu sagen pflegt, schwer an den Mann zu bringen ist. Obschon es Kapitän Treverton sonach nicht gelang, das Besitztum zu verkaufen, so konnte er doch nicht vermocht werden, seinen Entschluß zu ändern und wieder dort zu wohnen. Der Tod seines Weibes brach ihm fast das Herz, denn er hatte sie in jeder Beziehung ebenso sehr geliebt wie sie ihn und schon der Anblick des Ortes, an welchen sich die Erinnerung des größten Kummers seines Lebens knüpfte, ward ihm verhaßt. Er zog daher mit seiner kleinen Tochter und einer Verwandten von Mistreß Treverton, die ihre Gouvernante war, in unsere Nachbarschaft und mietete ein hübsches kleines Landhaus jenseits der Kirchenfelder, nicht weit von dem großen Hause mit der hohen Gartenmauer, welche du dicht an der Straße nach London bemerkt haben mußt. Dieses Haus ward damals von Leonard Franklands Eltern bewohnt. Die neuen Nachbarn wurden sehr bald vertraute Freunde und so geschah es, daß die jungen Leute, welche ich diesen Morgen miteinander vermählt, als Kinder miteinander erzogen wurden und sich ineinander verliebten, fast ehe sie noch die Kinderschuhe ausgezogen.“

„Chennery, lieber Freund, nicht wahr, ich sehe so aus, als ob ich ganz schief säße, wie ?“ rief Mr. Phippen, indem er dem Vikar plötzlich mit erschrockenem Blick ins Wort fiel. „Es tut mir leid, dich zu unterbrechen, aber in der Tat, euer Gras ist außerordentlich weich. Eins der Beine meines Feldstuhls wird jeden Augenblick kürzer. Ich bohre ein Loch ! Ich purzle ! Gütiger Himmel ! Ich fühle, wie ich mich auf die Seite neige. Ich falle, Chennery, so wahr ich lebe, ich falle !“

„Unsinn !“ rief der Vikar, indem er erst Mr. Phippen und dann Mr. Phippens Feldstuhl, der sich ganz schief in das Gras hineingebohrt, in die Höhe riß. „Komm hierher auf den Kiesweg; da kannst du keine Löcher bohren. Was gibt’s denn schon wieder ?“

„Herzklopfen“, sagte Mr. Phippen, indem er seinen Schirm fallen ließ und die Hand aufs Herz legte, „und Galle. Ich sehe wieder diese schwarzen Punkte – diese höllischen schwarzen Punkte, welche vor meinen Augen herumtanzen. Chennery, wie wäre es, wenn du einen landwirtschaftlichen Freund über die Qualität deines Grases zu Rate zögst. Ich gebe dir mein Wort, dein Rasenplatz ist weicher als er sein sollte. – Rasenplatz !“ wiederholte Mr. Phippen verächtlich bei sich selbst, indem er sich herumdrehte, um seinen Schirm aufzuheben. „Es ist kein Rasenplatz – es ist ein Sumpf.“

„Na, setz dich nun wieder nieder“, sagte der Vikar, „und tue dem Herzklopfen und den schwarzen Punkten nicht die Liebe an, ihnen auch nur die mindeste Aufmerksamkeit zu widmen. Wünschest du etwas zu trinken ? Arznei oder Bier, oder sonst etwas ?“

„Nein, nein ! ich mache nicht gerne Mühe“, antwortete Mr. Phippen. „Lieber leide ich – lieber entbehre ich. Ich glaube, wenn du in deiner Geschichte weiter fortführest, so würde mich das beruhigen. Ich weiß nicht mehr recht, wie du darauf zu sprechen kamst, aber ich glaube, du sagtest etwas sehr interessantes in Bezug auf Kinderschuhe.“

„Unsinn !“ rief Doktor Chennery. „Ich sprach bloß von der Liebe zwischen den beiden Kindern, welche jetzt zu Mann und Frau herangewachsen sind, und ich wollte dir eben erzählen, daß Kapitän Treverton kurz nachdem er sich in unsere Nachbarschaft niedergelassen, sich wieder der tätigen Ausübung seines Berufs zuwendete. Nichts anderes schien im Stande zu sein, die Kluft auszufüllen, welche der Verlust seiner Gattin in sein Leben gerissen. Da er bei der Admiralität sehr gut steht, so kann er stets ein Schiff bekommen, wenn er um eins nachsucht, und bis zur gegenwärtigen Zeit ist er mit einigen Zwischenzeiten, die er am Lande verlebt, fast immer zur See gewesen, obschon er, wie seine Tochter und seine Freunde meinen, nun ein wenig zu alt dazu wird. Zieh nur kein solches Gesicht, Phippen – ich schweife nicht so weit ovn der Sache ab, wie du glaubst. Es sind dies einige der notwendigen Einzelheiten, welche vorausgeschickt werden müssen. Und nun, nachdem ich mich derselben in aller Gemächlichkeit entledigt habe, komme ich endlich auf den Hauptteil meiner Geschichte – den Verkauf von Porthgenna Tower. – Was gibt’s denn ? Willst du wieder aufstehen ?“

Ja, Mr. Phippen wünschte wirklich wieder aufzustehen, denn er war der Meinung, das beste Mittel, das Herzklopfen zu beschwichtigen und die schwarzen Punkte zu zerstreuen, wäre ein wenig Bewegung. Er wollte durchaus keine Mühe verursachen, fragte aber, ob sein würdiger Freund Chennery, ehe er in seiner so höchst interessanten Geschichte weiter fortführe, ihm den Arm geben, den Feldstuhl tragen und langsam mit ihm nach der Richtung des Schulzimmerfensters gehen wollte, um Miß Sturch mit Bequemlichkeit rufen zu können, im Fall es nötig würde, das letzte Mittel zu versuchen und einen niederschlagenden Trank zu nehmen.

Der Vikar, dessen unerschöpfliche Gutmütigkeit jeder Probe, auf welche Mr. Phippens Verdauungsbeschwerden sie stellen konnten, gewachsen war, fügte sich in alle diese Zumutungen und fuhr mit seiner Geschichte fort, indem er, ohne es zu wissen, den Ton und die Haltung eiens gutmütigen Vaters annahm, der sein Möglichstes tut, um ein launenhaftes, eigensinniges Kind zufrieden zu stellen.

„Ich sage dir“, hob er wieder an, „daß der ältere Mr. Frankland und Kapitän Treverton hier nahe Nachbarn waren. Sie waren noch nicht lange miteinander bekannt, als der erstere von dem letzteren erfuhr, daß Porthgenna Tower zu verkaufen stünde. Als der alte Frankland dies zum ersten Mal hörte, tat er einige Fragen in Bezug auf die Besitzung, sagte aber kein Wort davon, daß er sie kaufen wollte. Bald darauf bekam der Kapitän ein Schiff und ging in See. Während seiner Abwesenheit reiste der alte Frankland im Stillen nach Cornwall, um die Besitzung in Augenschein zu nehmen und von den mit der Aufsicht über das Schloß und die Ländereien beauftragten Personen so viel als möglich über die Vorzüge und Mängel des Ganzen zu erfahren. Als er wieder kam, sagte er nichts, als bis Kapitän Treverton von seiner Seereise zurückkehrte, und dann ging der alte Herr eines Morgens in seiner ruhigen, entschiedenen Weise mit der Sprache heraus.

„ ‚Treverton’, sagte er, ‚wenn Sie Porthgenna Tower zu dem Preise verkaufen wollen, zu welchem Sie es selbst wieder erstanden, als Sie es auf dem Wege der Versteigerung zu veräußern suchten, so schreiben Sie an Ihren Anwalt und sagen Sie ihm, er solle die Besitzurkunden zu dem meinigen tragen und sich von diesem die Kaufsumme auszahlen lassen.’ Kapitän Treverton ward natürlich durch dies unvermutete Anerbieten ein wenig überrascht, andere Leute aber, die, wie ich, die Geschichte des alten Frankland kannten, wunderten sich nicht so sehr darüber. Er hatte sein Vermögen durch Handelsgeschäfte erworben, war aber töricht genug, sich dieser einfachen und ihm zur Ehre gereichenden Tatsache zu schämen. Seine Ahnen waren nämlich vor der Zeit des Bürgerkriegs Rittergutsbesitzer von ziemlicher Bedeutung gewesen und der große Ehrgeiz des alten Herrn bestand darin, den Kaufmann in dem Landedelmann untergehen und seinen Sohn ihm in der Eigenschaft des Squire eines großen Landgutes, welches ihm bedeutendes Ansehen in der Grafschaft gewährte, folgen zu lassen. Er war bereit, die Hälfte seines Vermögens der Ausführung dieses großen Plans zu widmen; die Hälfte seines Vermögens aber reichte nicht hin, um ein Gut, wie er es haben wollte, in einem wichtigen landwirtschaftlichen Distrikte wie der unserige ist zu kaufen. Die Grundzinsen sind hier hoch und dem Land wird bei uns der größtmögliche Ertrag abgewonnen. Eine Besitzung von dem Umfange wie Schloß Porthgenna würde, wenn sie hier läge, das Doppelte der Summe wert sein, welche Kapitän Treverton dafür verlangen konnte. Der alte Frankland wußte dies recht wohl und legte alle mögliche Wichtigkeit darauf. Übrigens lag in der mittelalterlichen Erscheinung von Porthgenna Tower und in dem Recht über das Bergwerk und die Fischereien, welches in den Ankauf der Besitzung eingeschlossen war, etwas, was seinen Begriffen von Wiederherstellung des alten Glanzes seiner Familie schmeichelte. Hier konnte er und sein Sohn nach ihm, wie er glaubte, den Gutsherrn nach großem Maßstabe spielen und nach seinem souveränen Willen und Belieben den Fleiß von Hunderten armer Leute dirigieren, die zerstreut in die Küste entlang wohnten oder in den kleinen Binnendörfern beisammenhockten. Dies war eine sehr verführerische Aussicht und die Sache konnte für vierzigtausend Pfund realisiert werden, was gerade zehntausend Pfund weniger war, wie er sich vorgenommen daran zu wenden als er zuerst beschlossen hatte, sich aus einem schlichten Kaufmann in einen hochtrabenden Landedelmann zu verwandeln. Leute, welche diese Tatsachen kannten, wunderten sich, wie ich gesagt habe, nicht sehr über Mr. Franklands Bereitwilligkeit, Porthgenna Tower zu kaufen, und Kapitän Treverton säumte, wie kaum erwähnt zu werden braucht, nicht, den Kauf seinerseits festzumachen. Die Besitzung wechselte den Herrn und der alte Frankland begab sich mit einem Gefolge von klugen Leuten aus London an Ort und Stelle, um das Bergwerk und die Fischereien nach neuen wissenschaftlichen Prinzipien zu betreiben und das alte Haus von oben bis unten mit funkelnagelneuen, mittelalterlichen Dekorationen unter der Leitung eines Herrn zu verschönern, welcher, wie man sagte, ein Architekt war, aber nach meiner Meinung einem verkleideten katholischen Pfaffen täuschend ähnlich sah. Wundervolle Pläne und Entwürfe, nicht wahr ? Und wie glaubst du wohl, wie sie ausschlugen ?“

„O, erzähle mir das, lieber Freund !“ war die Antwort, die Mr. Phippens Lippen entfiel. „Ich möchte wissen, ob Miß Sturch eine Falsche Kampfertinktur in ihrer Hausapotheke hätte“, war der Gedanke, welcher Mr. Phippens Gemüt beschäftigte.

„Ich soll es dir erzählen !“ rief der Vikar. „Nun, natürlich erwiesen sich alle Pläne des alten Mr. Frankland als vollkommen verfehlt. Seine Gutsuntertanen betrachteten ihn als einen Emporkömmling. Das Alter seiner Familie machte keinen Eindruck auf sie. Es konnte eine alte Familie sein, aber es war doch keine cornische Familie und deshalb besaß sie in ihren Augen keine Bedeutung. Für Trevertons wären sie bis ans Ende der Welt gegangen, für die Franklands wollte keiner auch nur einen Schritt von seinem Wege abweichen. Was das Bergwerk betraf, so schien es von demselben meuterischen Geist beseelt zu sein, welcher sich der Pächter bemächtigt hatte. Die klugen Leute von London, die nach allen Richtungen hin nach den gelehrtesten wissenschaftlichen Prinzipien zu Werke gingen, brachten auf je fünf Pfund, die sie hineinwendeten, ungefähr für sechs Pence Erz heraus. Mit den Fischereien war es nicht viel besser. Ein neues System, Heringe zu trocknen, welches in der Theorie ein Wunder von Ersparnis war, erwies sich in der Praxis als ein förmliches Phänomen von Verschwendung. Der einzige glückliche Umstand unter diesen zahlreichen unglücklichen war der, daß der alte Frankland sich noch rechtzeitig mit dem mittelalterlichen Architekten veruneinigte, der wie ein verkleideter katholischer Pfaffe aussah. Dieses glückliche Ereignis ersparte dem neuen Besitzer von Porthgenna all das Geld, welches er außerdem auf das Restaurieren und Neudekorieren der ganzen Reihe von Zimmern auf der nördlichen Seite des Hauses verwendet haben würde, die seit länger als fünfzig Jahren sich selbst und dem Verfall anheimgegeben gewesen und die noch bis auf den heutigen Tag sich in diesem alten vernachlässigten Zustand befinden. Um de Sache kurz zu machen, nachdem der alte Frankland in Porthgenna mehr Tausende von Pfunden nutzlos ausgegeben, als ich Lust habe zusammenzurechnen, gab er seine Pläne endlich auf, überließ den Ort ärgerlich der Obhut seines Kastellans, welchem er ausdrücklich befahl, nie wieder einen Heller hineinzuwenden, und kehrte in unsere Gegend zurück. Da er sehr ärgerlich war und, als er hierher zurückkam, Kapitän Treverton zufällig am Lande antraf, so war das Erste, was er tat, das, daß er in Gegenwart des Kapitäns ein wenig zu heftig auf Porthgenna und alle Leute dort schimpfte. Dies führte zu einer kühlen Stimmung zwischen den beiden Nachbarn, die vielleicht zum Abbruch alles Verkehrs geführt haben würde, wenn nicht die Kinder auf beiden Seiten gewesen wären, die einander noch ebenso oft sprachen als vorher und zuletzt durch hartnäckige Ausdauer der Entfremdung zwischen ihren Vätern ein Ende machten indem sie dieselbe einfach in ein lächerliches Licht stellten. Dies ist meiner Meinung nach der merkwürdigste Teil der Geschichte. Wichtige Familieninteressen hingen davon ab, daß diese beiden jungen Leute sich ineinander verliebten und wunderbarerweise war dies – wie du durch mein Geständnis am Frühstückstische bereits erfahren – auch gerade das, was sie taten. Wir haben hier einen Fall von höchst romantischer Liebesheirat, die auch zugleich von allen andern gerade die Heirat ist, welche die Eltern auf beiden Seiten das größte materielle Interesse hatten zu fördern. Shakespeare kann sagen, was er will – die Bahn treuer Liebe ist zuweilen doch glatt. Niemals ward die Trauformel in besserer Anwendung gesprochen als da ich sie diesen Morgen las. Da Leonard der Erbe von Porthgenna ist, so kehrt die Tochter des Kapitäns nun als Herrin in die Besitzung zurück, welche ihr Vater verkauft hatte. Da Rosamunde das einzige Kind ihres Vaters ist, so ist die Kaufsumme für Porthgenna, welche der alte Frankland früher als weggeworfenes Geld betrachtete, nun, wenn der Kapitän stirbt, die Aussteuer der Gattin des jungen Frankland. Ich weiß nicht, was du von dem Anfang und der Mitte meiner Geschichte denkst, Phippen, das Ende aber muß dich jedenfalls zufriedenstellen. Hörtest du wohl jemals von einer Braut und einem Bräutigam, welche ihre Ehe mit schöneren Aussichten fürs Leben begannen, als unsere Braut und unser Bräutigam von heute ?“

Ehe Mr. Phippen hierauf etwas antworten konnte, steckte Miß Sturch den Kopf aus dem Schlafzimmerfenster heraus, und als sie die beiden Herren sich nähern sah, ließ sie ihnen ihr unabänderliches Lächeln entgegenstrahlen; dann sagte sie, den Vikar anredend, in ihrem sanftesten Tone:

„Es tut mir außerordentlich leid, Sie zu belästigen, Herr Doktor, aber Robert kommt diesen Morgen mit seinem Einmaleins auch gar nicht von der Stelle.“

„Wie weit ist er denn jetzt ?“ fragte Doktor Chennery.

„Bis sieben mal acht, Sir“, entgegnete Miß Sturch.

„Bob !“ schrie der Vikar durch das Fenster. „Sieben mal acht ?“

„Ist dreiundvierzig“, antwortete die weinerliche Stimme des unsichtbaren Bob.

„Noch einmal sollst du antworten dürfen, ehe ich meinen Stock hole“, sagte Doktor Chennery. „Also, aufgepaßt – sieben mal –“

„Mein lieber, guter Freund“, mischte Phippen sich ein, „wenn du diesen unglücklichen Knaben schlägst, so wird er schreien. Meine Nerven sind heute Morgen schon einmal durch den Feldstuhl angegriffen worden – wenn ich nun auch noch Schreien höre, so ist es vollends aus mit mir. Laß mir Zeit, mich erst zu entfernen, und gestatte mir auch der lieben Miß Sturch das traurige Schauspiel einer Züchtigung, welches für ein so empfindsames Herz wie das ihrige furchrbar sein muß, dadurch zu ersparen, daß ich sie um ein wenig Kampfertinktur bitte und ihr dadurch einen Vorwand verschaffe, sich gleich mir auf die Seite zu begeben. Ich glaube, ich hätte uner andern Umständen mich auch ohne Kampfertinktur behelfen können, jetzt aber bitte ich ohne Zögern darum, sowohl um Miß Sturchs willen, als auch meiner eigenen armen Nerven willen. Haben Sie Kampfertinktur, Miß Sturch ? Sagen Sie ja; ich bitte Sie flehentlich darum, und geben Sie mir dadurch Gelegenheit, Sie aus dem Bereich des Geschreies hinauszueskortieren.“

Während Miß Sturch – deren wohlgeschultes Herz für die reichlichste väterliche Tracht Prügel und das lauteste kindliche Anerkenntnis derselben durch Gekreisch unverwundbar war – lächelnd und gefaßt wie immer die Treppe hinaufeilte, um die Kampfertinktur zu holen, schlich sich Master Bob, als er sich mit seinen Schwestern in dem Schulzimmer allein sah, an die jüngste derselben, brachte aus seiner Hosentasche drei ein wenig unsauber gewordene Bonbons und bat, indem er Miß Amely bei der schwachen oder naschhaften Seite ihres Charakters angriff, ihr listigerweise diese Bonbons, wenn sie ihm dagegen eine vertrauliche Belehrung in Bezug auf sieben mal acht angedeihen lassen wollte.

„Willst du diese Bonbons ?“ flüsterte Bob.

„Ei ja !“ antwortete Amely.

„Sieben mal acht ?“ fragte Bob.

„Ist sechsundfünfzig“, antwortete Amely.

„Ist das auch wahr ?“ fragte Bob vorsichtig.

„Ja wohl“, beteuerte Amely.

Die Bonbons wechselten den Besitzer und die Katastrophe des häuslichen Dramas wechselte damit zugleich.

Gerade als Miß Sturch mit der Kampfertinktur in der Eigenschaft einer medizinischen Hebe für Mr. Phippen erschien, zeigte sich ihr ungelehriger Schüler seinem Vater am Schulzimmerfenster in der Eigenschaft eines gebesserten Sohnes, nämlich arithmetisch gesprochen. Der Stock blieb für diesen Tag in Ruhe und Mr. Phippen trank sein Glas Kampfertinktur mit einem Gemüt, welches in Bezug auf Miß Sturchs empfindsames Herz und Master Bobs Geschrei nun vollkommen wieder beruhigt war.

„Sehr angenehm in jeder Beziehung“, sagte der Märtyrer der Unverdaulichkeit, indem er die letzten Tropfen ausschlürfend, wohlgefällig mit den Lippen schmatzte.

„Meine Nerven bleiben verschont, Miß Sturchs empfindsames Herz bleibt verschont und der Rücken des armen Knaben bleibt ebenfalls verschont. Du kannst dir nicht denken, wie leicht es mir ums Herz ist, Chennery. Wo waren wir denn in der allerliebsten Geschichte stehen geblieben, als diese kleine häusliche Unterbrechung eintrat ?“

„Wir waren damit zu Ende“, sagte der Vikar. „Die Braut und der Bräutigam sind nun schon mehrere Meilen unterwegs, um die Flitterwochen in dem Seebad St. Swithin zuzubringen. Kapitän Treverton wird ebenfalls nur noch einen Tag dableiben. Vergangenen Montag erhielt er Ordre unter Segel zu gehen und morgen reist er nach Portsmouth, um das Kommando seines Schiffes zu übernehmen. Obschon er es nicht mit dürren Worten zugestehen will, so weiß ich doch zufällig, daß Rosamunde ihn überredet hat, diese Reise seine letzte sein zu lassen. Sie beabsichtigt ihn wieder nach Porthgenna zu locken, damit er dort bei ihr und ihrem Gatten lebe – ein Plan, von dem ich hoffe und glaube, daß er in Erfüllung gehen werde. Die westlichen Zimmer des alten Hauses, in deren einem Mistreß Treverton starb, sollen von dem jungen Ehepaar gar nicht in Gebrauch genommen werden. Man hat einen Baumeister – diesmal einen verständigen praktischen Mann – beauftragt, die vernachlässigten Nordzimmer zu besichtigen, um sie zu dekorieren. Dieser Teil des Hauses steht mit den traurigen Erinnerungen in Kapitän Trevertons Gemüt in keinem Zusammenhang, denn weder er noch sonst jemand hat ihn während der Zeit seines Verweilens in Porthgenna jemals betreten. In Erwägung der Veränderung, welche diese Reparatur der nördlichen Zimmer im Ansehen des Hauses hervorbringen wird und wenn man dabei noch die mildernde Einwirkung der Zeit auf alle schmerzlichen Erinnerungen in Anschlag bringt, möchte ich sagen, es ließe sich mit Grund erwarten, daß Kapitän Treverton den Rest seiner Tage unter seinen alten Gutsuntertanen verleben werde. Es wäre ein großes Glück für Leonard Frankland, wenn er dies täte, denn ganz gewiß würde er den Leuten von Porthgenna eine freundliche Gesinnung gegen ihren neuen Herrn beibringen. Wenn Leonard unter Kapitän Trevertons Fittichen bei seinen cornischen Untertanen eingeführt wird, so kann er sicher sein, gut mit ihnen auszukommen, vorausgesetzt, daß er sich enthält, den Familienstolz, den er von seinem Vater geerbt, allzuviel zu zeigen. Er ist ein wenig geneigt, die Vorzüge der Geburt und die Wichtigkeit des Ranges zu überschätzen. Dies ist aber wirklich der einzige bemerkbare Mangel in seinem Charakter. In allen anderen Beziehungen kann ich redlich von ihm sagen, daß er verdient, was er bekommen hat – die beste Frau von der Welt. Welch ein wonniges Leben, Phippen, scheint diese glücklichen jungen Leute zu erwarten ! Es ist kühn, von menschlichen Geschöpfen so etwas zu sagen, aber ich mag sehen soweit ich will, so kann ich an dem Himmel ihrer Zukunft keine Wolke entdecken.“

„Du vortrefflicher, guter Mann !“ rief Mr. Phippen, indem er den Vikar liebevoll die Hand drückte. „Welch ein Genuß für mich, dich zu hören ! Wie schwelge ich in deiner sonnigen Lebensanschauung !“

„Und ist es nicht die richtige – besonders was den jungen Frankland und seine Gattin betrifft ?“ fragte der Vikar.

„Wenn du mich fragst“, sagte Mr. Phippen mit wehmütigem Lächeln und einer philosophischen Ruhe in seinem Wesen, „so kann ich bloß antworten, daß die Richtung der spekulativen Ansichten des Menschen – um nicht allzugenau auf die Sache einzugehen – von dem Zustande seiner Absonderungen abhängt. Deine Gallenabsonderungen, lieber Freund, sind in Ordnung, und deshalb betrachtest du alles von der hellen Seite; meine Gallenabsonderungen dagegen sind völlig unregelmäßig und deshalb betrachte ich die Dinge von der dunkeln Seite. Du betrachtest die künftigen Aussichten dieses neuvermählten Paares und sagst, du könntest keine Wolke darin entdecken. Ich will diese Behauptung auch durchaus nicht bestreiten, denn ich habe nicht das Vergnügen, die Braut und den Bräutigam zu kennen. Ich blicke aber zu dem Himmel über unsern eigenen Häuptern auf – ich erinnere mich, daß als wir den Garten zuerst betraten, keine Wolke daran sichtbar war – und jetzt sehe ich, gerade über jenen zwei Bäumen, die so dicht beisammen stehen, eine Wolke, die ganz unerwartet zum Vorschein gekommen ist, niemand weiß woher – und ich ziehe meine eigenen Schlüsse.“

Dies sagte Mr. Phippen, indem er, um sich wieder in das Haus hineinzubegeben, die Gartentreppe hinaufging.

„Dies ist meine Philosophie“, fuhr er fort. „Sie hat vielleicht einen Anflug von Galle, aber nichtsdestoweniger ist es Philosophie.“

„Alle Philosophie der Welt“, sagte der Vikar, indem er seinem Gast die Stufen hinauffolgte, „ist nicht im Stande, meine Überzeugungen zu erschüttern, daß Leonard Frankland und seine junge Gattin eine glückliche Zukunft vor sich haben.“

Mr. Phippen lachte, und indem er auf den Stufen wartete, bis sein Wirt ihn eingeholt hatte, nahm er auf die freundlichste Weise diesen beim Arm.

„Du hast eine allerliebste Geschichte erzählt, Chennery“, sagte er, „und dieselbe mit einer allerliebsten Ansicht beendet. Aber, lieber Freund, obschon dein gesundes Gemüt unter dem Einfluß einer beneidenswert leichten Verdauung meine gallsüchtige Philosophie verachtet, so vergiß doch nicht ganz die Wolke über den beiden Bäumen. Schau jetzt einmal hin – sie wird schon dunkler und größer !“


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